Lichtstreifen, die kurz über den Nachthimmel huschen, scheinen oft aus einer einzigen Quelle zu kommen. Dieses eindrucksvolle Schauspiel wird Meteorschauer genannt und ist keineswegs zufällig, sondern eine vorhersehbare Folge davon, dass die Erde jedes Jahr dieselben Punkte ihrer Umlaufbahn durchquert.
Wie Meteorschauer entstehen
Nähert sich ein Komet der Sonne, erwärmt sich das Eis auf seiner Oberfläche und verdampft, wobei winzige, staubgroße Partikel ins All geschleudert werden. Mit jeder weiteren Umkreisung der Sonne verteilen sich diese Partikel allmählich zu einer breiten Trümmerspur entlang der Kometenbahn. Auf ihrer eigenen Umlaufbahn durchquert die Erde zu bestimmten Zeiten im Jahr diese Staubspuren; die darin enthaltenen Partikel treffen mit einer Geschwindigkeit von mehreren zehn Kilometern pro Sekunde auf die Atmosphäre, erhitzen sich durch Reibung und verglühen in kurzen Lichtstreifen — den sogenannten „Sternschnuppen". Die meisten dieser Partikel sind nicht größer als ein Sandkorn bis eine Erbse, und fast alle verglühen vollständig, bevor sie den Boden erreichen.
Warum der Radiant wichtig ist
Während eines Meteorschauers scheinen die Bahnen der fallenden Meteore von einem einzigen Punkt am Himmel auszugehen, dem sogenannten Radianten. Es handelt sich um dieselbe perspektivische Täuschung, durch die parallele Bahngleise in der Ferne zusammenzulaufen scheinen: Die Partikel bewegen sich tatsächlich auf parallelen Bahnen, erscheinen dem Beobachter aber, als würden sie von einem Punkt ausgehen. Schauer werden meist nach dem Sternbild benannt, in dem sich ihr Radiant befindet — ein Schauer mit Radiant im Sternbild Perseus heißt entsprechend Perseiden.
Bekannte Schauer und ihre kometaren Ursprünge
Hinter jedem Meteorschauer steht ein bestimmter Mutterkomet (gelegentlich auch ein Asteroid). Die Perseiden, die Mitte August ihren Höhepunkt erreichen und zu den zuverlässigsten Schauern des Jahres zählen, stammen aus der Spur des Kometen 109P/Swift-Tuttle, der die Sonne einmal alle 133 Jahre umkreist. Die Leoniden im November gehen auf den Kometen Tempel-Tuttle zurück, während die Orioniden im Oktober und die Eta-Aquariiden im Mai beide mit dem berühmten Halleyschen Kometen in Verbindung stehen. Die Geminiden im Dezember, oft als einer der hellsten Schauer des Jahres bezeichnet, bilden eine bemerkenswerte Ausnahme: Ihr Ursprung ist kein Komet, sondern der Asteroid 3200 Phaethon.
Was die Intensität eines Schauers bestimmt
Wie stark ein Schauer ausfällt, hängt davon ab, ob die Erde den dichtesten Teil einer Trümmerspur durchquert oder nur deren Rand streift. Da sich die Partikel in der Spur eines Kometen mit der Zeit allmählich verteilen, fällt die Erscheinung in manchen Jahren spärlicher aus, während es in anderen — wenn die Erde einen besonders dichten Abschnitt durchquert — zu „Meteorstürmen" mit Hunderten von Meteoren pro Stunde kommen kann. Auch die Helligkeit des Mondes in dieser Nacht, die Lichtverschmutzung am Beobachtungsort und die Höhe des Radianten über dem Horizont beeinflussen unmittelbar, wie viele Meteore sichtbar sind.
Tipps zum Beobachten
Um einen Meteorschauer zu beobachten, braucht es keine besondere Ausrüstung — ein dunkler Ort mit weitem Blick auf den Himmel und das bloße Auge genügen. Da sich die Augen 20 bis 30 Minuten lang an die Dunkelheit gewöhnen müssen, empfiehlt es sich, in dieser Zeit nicht auf das Handydisplay zu schauen. Bei den meisten Schauern ist die beste Beobachtungszeit in den Stunden nach Mitternacht, wenn der Radiant höher am Himmel steht.

